The Lightning Garden

Der Podcast übers urbane Kleingärtnern

   Okt 05

Erntedank

Es gibt ja zweierlei Arten von Festen. Die rauschenden Partys, auf denen man jede Menge Spaß hat. Und dann diese kleinen, mehr oder weniger spontanen, die ihren ganz eigenen Reiz haben und äußerst intensiv sind. Zur ersten Sorte gehört in unserer Gartenkolonie das große Sommerfest, an dem jung und alt in Scharen herbeiströmen und bis in den Morgen den Sommer feiern. Der Höhepunkt des Jahres für den Kleingartenverein.

Und dann, dann wurde heute auf der anderen Seite der Skala Erntedank gefeiert. In viel kleinerer Runde, spontaner, unorganisierter und – wie es sein soll – mit Demut vor dem, was uns allen unser kleines Stück Erde zu schenken vermag.

Einblicke in die Ernte des Jahres

Einblicke in die Ernte des Jahres

Nach all den perfekt organisierten Feiern in der Kleingartenwelt, waren wir anfangs doch etwas skeptisch und verwundert darüber, dass eine Stunde vor dem offiziellen Beginn auf dem Festplatz im Grunde noch nichts zu sehen war. Es gab keine Essensstände, keinen Bierwagen, keine Sitzgelegenheiten – nichts. Trotzdem haben wir unseren großen Kürbis, einen bunten Blumenstrauß, ein Bündel frisch geernteter Tabakblätter, einige Gläser mit Samen für die nächste Saison und Anregungen für die Winter-Lektüre in unsere Schubkaare geladen und waren pünktlich vor Ort.

Und zusammen mit uns kam die kleine Schar jener Tapferen, die auch jetzt im Oktober noch in ihren Gärten sind, und brachten mit, was ihre Parzellen zu bieten haben. Manch einer nur ein Körbchen mit leckeren Äpfeln oder Trauben, einige etwas mehr und die Spezialisten ihre Raritäten. Die Unterschiede waren groß, aber es kam nicht das Gefühl auf, dass es hier um höher, schneller, weiter ging. Man freute sich für die Erfolge der anderen und das Eigene für das kommende Jahr mit anderen Teilen zu können. So werden die einen im kommenden Jahr Bohnen und Zucchini aus Samen ziehen, die andere Gärten in diesem Jahr hervorbrachten, und wir haben schon eine Quelle für weitere bemerkenswerte Tomaten.

Die Tomaten des Siegers

Die Tomaten des Siegers

Was sonst gebraucht wurde, kam schnell zusammen. Hier brachte jemand einen Topf Suppe, dort holte jemand schnell Bänke aus dem Schuppen und man saß gemütlich beisammen. Und ja: Es gab dann doch noch so etwas wie einen Wettbewerb. Jeder erhielt eine handvoll Erbsen und konnte sie in Becher verteilen, die bei den jeweiligen Ernten standen. Ob gewollt oder nicht war das Konzept aber durchaus so passend, auch hier nicht etwa Konkurrenz aufkommen zu lassen. Jeder hatte so viele Erbsenpunkte zu vergeben, dass getrost mehrere in jeden Becher geworfen werden konnten. Selbst kleine Beiträge kamen so zu ansehnlichen Punktzahlen und dem Sieger gönnte wirklich jeder die ihm zustehende Anerkennung – sie galt immerhin einer wirklich bemerkenswerten Sammlung verschiedener Tomaten, Paprikas und Auberginen.

Ein Teil unseres Beitrags

Ein Teil unseres Beitrags

Unser Beitrag hat immerhin die zweitmeisten Erbsenpunkte erhalten – was uns im allerersten Gartenjahr schon auch stolz macht. Nun sitzen wir hier in unserer Laube und werden morgen mit neuem Ehrgeiz beginnen, die Grundlagen dafür zu schaffen, in einem Jahr erneut Danke sagen zu können – unserem Garten für viele Leckereien und unseren Nachbarn dafür, dass sie auch hier sind.

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